Reportagefotografie - Eine Industriereportage, super,
eine Oldtimersternfahrt, gerne,
der Tagesablauf eines Hochseilartisten, noch besser,
das Leben der Pygmäen im Urwald, was ein Ding!
Die 75-Jahrfeier eines gestandenen mittelständischen Betriebes, ab 18:00 Uhr in einer beliebigen Räumlichkeit, allerdings mit Holzdecke und Täfelung, Himmel hilf!
Im gemütlichen Kerzenlicht (für den Fotografen ein heller Fleck, der Rest ist schwarz) sitzen gutgelaunte Personen um kreisrunde Tische (wo immer der Fotograf steht, im Vordergrund sind Hinterköpfe). Vor einer Projektionswand hält ein prominenter Gastredner einen Vortrag (Projektionswand weiß - Redner gut, oder aber Projektionswand gut - Redner schwarz). Es folgt das Tanzvergnügen im Schummerlicht (Fotograf blitzt dem jeweils entsetzen Paar mitten ins Gesicht).
Nichts ist wiederholbar, alles muss sitzen, widrige Umstände tauchen so schnell auf, dass in Sekundenschnelle reagiert werden muss.
Dank der digitalen Fotografie haben sich inzwischen technische Möglichkeiten ergeben, die Problematik solcher Veranstaltungen einigermaßen in den Griff zu bekommen. Trotz allem sind diese Aufträge für den Fotografen mit Anspruch immer wieder eine Herausforderung.
Dieser Anspruch definiert sich in dem Versuch, nicht nur gestochen scharfe, hell aufgeblitzte Bilder zu liefern, sondern der vorhandenen Stimmung gerecht zu werden, und diese in seine Bilder einfließen zu lassen.
Eigentlich geht es nicht darum, außergewöhnlich tolle Aufnahmen zu liefern, sondern Bilder, denen man die Problematik vor Ort nachträglich nicht ansieht; dann hat man schon viel erreicht.
Abgesehen von besagter 75-Jahrfeier, außergewöhnliche Bilder? Gerne!