05
Mai 2017

SAP Oder der Witz in Tüten!

Einer meiner Kunden hat vor kurzem seine Firmensoftware auf SAP umgestellt. Ab jetzt hat der Wahnsinn einen Namen!

Der Kunde ist es gewohnt, dass, sobald er die entsprechenden Produkte zum Fotografieren zur Verfügung hat, ich zeitnah die Fotos erstelle. Das hat auch immer gut funktioniert, entsprechend schnell war der Kunde bei der Begleichung seiner Rechnungen.

Das tue ich auch weiterhin, nur der inzwischen folgende Rattenschwanz, verursacht durch die schlaue Betriebssoftware, ist bestenfalls ein schlechter Witz.

Hier also der Ablauf im Detail:

 

  1. Kunde ruft an, ich hole die Produkte ab und fotografiere.
  2. Ich liefere die Daten.
  3. Ich schreibe ein Angebot für den schon erledigten Job.
  4. Ich erhalte nach circa 14 Tagen (an einem Freitag) die Bestellnummer und ein Schreiben, das mich auffordert innerhalb von drei Tagen zu bestätigen, dass ich den Auftrag zu diesen Konditionen ausführen werde. Diese Bestätigung erfordert die Schriftform wegen meiner Originalunterschrift.
  5. Am Montag erhalte ich eine Mahnung, da meine Bestätigung noch nicht eingetroffen ist.
  6. Ich sende die Bestätigung an den Kunden.
  7. Ich sende die Rechnung an den Kunden.
  8. Früher habe ich mein Geld innerhalb von 10 Tagen rein netto überwiesen bekommen, dieses Zahlungsziel ist sowohl in meinem Angebot wie auch auf meiner Rechnung ausgewiesen. Heute erhalte ich den Betrag nach vier Wochen.

 

Sortiert man die Abfolge nach dem feuchten Traum von SAP würde sich folgende Positionierung der einzelnen Schritte ergeben:

3 - 4 - 6 - 1- 2 - 7

 

Mag ja alles ganz nett organisiert sein, aber der Kunde würde die Aufnahmen, die er dringend sofort benötigt, frühestens in zwei Wochen erhalten.

Hey Leute, stellt Euch mal vor, dass SAP mit diesem bürokratischen Kinderkram Milliarden verdient und ich muss überlegen, wie ich die nächste Miete bezahle!

Aber was mich wirklich ärgert ist, dass ich zu blöde bin, auch so etwas auf die Beine zu stellen. Mir wäre es egal, wie durchdacht mein neues Produkt ist, solange jeder es kauft. Das schlechte Gewissen würde ich einfach in Luxus ertränken!

 

von Stefan Kuhn

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